Anfangen - 19. Juni 2008


Da ist also der Wunsch, ein Buch zu schreiben, diese Idee, die mir Freude macht, die Begeisterung dafür. Vor ein paar Tagen habe ich das Ganze schon einmal begonnen und alles, bis auf den ersten Satz (den mit meiner Freundin Mirjam) wieder gelöscht. 
 
In mir gibt es eine Instanz – das ist eines meiner bisherigen Lebensthemen – die sagt: „Entweder, das was du tust, muss perfekt sein oder es taugt nichts“. Richtig tragisch wird’s noch dadurch, dass das, was ich schaffe, von dieser Instanz keinerlei Anerkennung bekommt. Die treibt immer nur an. In meinem äußeren Leben erledigen meine Eltern diesen Job ganz gut. Vor ein paar Tagen – und das ist jetzt kein Witz! – kam mir zum ersten Mal die Einsicht: „Ich muss nicht die Beste sein.“ Das war wie eine Tür, die sich öffnete und durch die ich gegangen bin. - Möge meine innere Anteiberin draußen vor dieser Tür bleiben! Ich will hier in Gelassenheit und Ruhe schreiben! Oder möge sie sich wandeln, so wie auch ich mich gewandelt habe und wandele! - Auch der Gedanke Ich–finde-mit-dem–kleinen-Michel-doch-keine–Zeit-zum-Schreiben hat mich seit meinem ersten Versuch abgehalten. 

Heute ist der 19. Juni 2008, Donnerstag, Abend jetzt. Der Großteil der Nation schaut wahrscheinlich Fußball, EM-Viertelfinale, Deutschland gegen …? Ich weiß noch nicht mal, gegen wen sie spielen, so wurscht ist mir das. Michel schläft. Ich lag im Bett, las etwas, hatte es ausgelesen und dachte: „Ich fange jetzt einfach an zu schreiben. Wenn ich jeden Abend eine Seite schreibe, dann sind das in einem Jahr 365 Seiten - das gibt ein Buch.“ Und natürlich werde ich nicht jeden Abend eine Seite schreiben und es müssen auch keine 300 Seiten werden, aber ich beginne jetzt und mal sehen, wie weit ich nächstes Jahr kurz vor der Sommersonnenwende bin.


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