Wie es weiterging …


Am nächsten Tag schickte ich D. eine sms: ob er Zeit und Lust hätte, dass ich abends vorbeikäme und wir zusammen irgendwo was essen gingen? – Als die sms abgeschickt war, spürte ich mein Herz klopfen und ich dachte: „Oh Mann, wenn der jetzt ewig nicht antwortet (so wie es oft mit F. war) … - … Ich sitze hier auf heißen Kohlen und mache mich zum Affen. … - … Ich gebe ihm 10 Minuten. Wenn er bis dahin nicht geantwortet hat, liegt ihm nichts dran.“ – Die Antwort kam binnen dieser Frist. Er schrieb, dass er „logisch“ Lust hätte, dass er aber bis abends arbeiten müsse und ob wir am nächsten Tag was zusammen machen wollten. Und wir verabredeten uns für den Mittwoch.
 
Montag, der 24. Juli 2006, der Tag X, war übrigens der letzte Tag des Maya-Jahres Kan 13, nach dem Tzolkin, dem heiligen Kalender der Mayas. Mit diesem Tag ging ein 13 Jahre währender Zyklus zu Ende, in größerem Zusammenhang ein 52 Jahre währender Zyklus. Kan ist der gelbe Samen, die Kraft des Samensetzens, des Erblühens und der Zielgerichtetheit. Der Ton oder die Zahl 13 ist die transformierende Kraft, der kosmische Ton der Gegenwart, das Gegenwärtig-sein und die Veränderung. Etwas in unseren Leben war zum Abschluss gekommen, hatte sich verwandelt und der neue Samen war gesetzt, hatte gekeimt und gewurzelt und war bereit zum Wachsen. 

Dienstag, der 25. Juli, war der sogenannte „grüne Tag“, der Tag außerhalb der Zeit, zwischen dem alten und dem neuen Jahr, in diesem besonderen Fall auch noch zwischen dem abgeschlossenen und dem neu beginnenden Zyklus. Am Mittwoch, dem 26. Juli, begann das neue Maya-Jahr und ein komplett neuer Zyklus mit dem Tag Muluc 1, der als erster Tag des Jahres mit seiner Kraft repräsentierend für das ganze Jahr und den ganzen Zyklus steht und seinen Einfluss geltend macht. Muluc ist der rote Mond, die Kraft der Selbst-Erinnerung, der Reinigung, der Absicht und der Achtsamkeit. Der Ton 1 ist der magnetische Ton der Bestimmung, das Eins-Sein mit der göttlichen Quelle und die Energie des Anfangs. – Später stellte sich heraus, dass Muluc 1 auch D.s Geburtsprägung ist, die Energie des Tages seiner Geburt.

Für mich sind das tiefe Weisheiten, die mir, dadurch, dass ich von ihnen weiß, zeigen, dass ich in meinem Leben immer zur rechten Zeit am rechten Ort bin und dass alles vollkommen ist. Das Tor war an diesen Tagen weit offen für D. und mich. 

Was sich äußerlich in meinem Leben zeigt, die Abläufe und Geschehnisse, ist zutiefst und vollkommen mit dem göttlichen Plan verbunden. So ist es immer, auch wenn ich manchmal denke: „Nein! So nicht! Das kann nicht sein!“ Im größeren Überblick, mit 5 oder 10 Jahren Abstand, manchmal auch schon eher, sehe ich, dass alles gut war, wie es war. Zu etwas Besserem gut. Manchmal gehen mir, wirklich oft nach Jahren, richtig die Lichter auf, was wozu gedient hat. 

Mittwochabend fuhr ich also zu D. und wir gingen zusammen aus. Es war ein ruhiger, gediegener Abend. Wir erzählten uns voneinander. Er erzählte mir, dass er keine schöne Kindheit hatte. Sein Vater hat gesoffen und die ganze Familie verprügelt. Ich erzählte ihm von meinem Alkoholismus und dass ich seit einigen Jahren trocken sei. Als der Abend um war, setzte ich ihn zuhause ab und fuhr heim. 

Am Wochenende gingen wir zusammen ins Kino. Der Film war so öde, dass ein Pärchen in der Reihe vor uns es vorzog, 80 % der Zeit zu knutschen. Wir waren da leider noch nicht so weit. Später, bei mir zuhause, haben wir das dann aber auch gemacht: Als ich D. zum ersten Mal küsste, hatte ich das Gefühl, als hätte ich das erst gestern getan, bzw. als hätte ich das schon ganz oft getan, immer, mein ganzes Leben lang. Es war so vertraut. Und wir gingen auch noch weiter in der körperlichen Liebe. Am nächsten Morgen, beim gemeinsamen Gassi-gehen sagte D.: „Hoffentlich haben wir in der Nacht kein Baby gemacht.“ Ich antwortete ihm, dass ich das nicht glaubte und dass ich wahrscheinlich keine Kinder bekommen könne, weil ich mit meiner letzten Dauerbeziehung, damals, 5 Jahre lang ohne Verhütung geschlafen hatte und es war nie was passiert. 

Ein paar Tage später sprachen wir darüber, ob das zu schnell gegangen sei mit uns. D. sagte, er habe das sonst immer langsam angegangen. (Ich nicht.) Als ich ihn fragte, ob es ihm zu schnell gewesen sei, sagte er: „Das ist egal, weil es sowieso so gekommen wäre.“

Ich hatte zwei Wochen frei und fing am 15. August eine neue Arbeit in einem kleinen, eingruppigen Kindergarten an. Ende August waren wir freitagnachmittags zum Wochenausklang bei einer Kollegin zum Kaffeetrinken. Währendem wurde mir speiübel. Ich dachte, ich müsste mich übergeben, aber so weit kam es nicht. 

Zuhause ging ich mit meinem Hund Schröder Gassi. Mir war sooooo schlecht auf diesem Spaziergang, aber gleichzeitig fühlte ich einen solchen Frieden, eine unumstößliche Ruhe und Kraft in mir, von der ich dachte, dass sie nie wieder verginge, dass mich nichts jemals wieder aus dieser Ruhe bringen könnte. 

… - … Das hielt leider nicht an. … - … 

An diesem Wochenende wartete ich auf meine Periode. Sie kam nicht. Die nächste Woche wartete ich auch. Meine Kollegin machte am Montagmorgen schon eine rundende Handbewegung über dem Bauch, als wir über mein Übelsein vom Freitag sprachen. 
Dann bekam ich Beschwerden, Bauchschmerzen, und rief gegen Ende der Woche meine Frauenärztin an, ob ich den Termin, den ich bei ihr hatte (um mir ein Verhütungsmittel verschreiben zu lassen) vorziehen könne. 

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